09.03.26 | ✈️ Ich bin dann mal weg...

➕ KI-News, Tipps & ein persönliches Update

Hallo zusammen 👋

Heute gibt es mal einen etwas anderen Newsletter. Bevor wir wie üblich zu den KI-Themen kommen, habe ich nämlich ein persönliches Update für euch.

Ich bin im Sabbatical. 😎

Seit dem 1. Februar bin ich von der Schule freigestellt und gönne mir seit Kurzem eine Auszeit. Südostasien und Südamerika stehen nun bis August auf dem Plan.

Zum Start durfte ich vergangene Woche nochmal einen zweitägigen Workshop zum Thema KI an der Deutschen Auslandsschule in Peking geben. Eindrücke dazu findet ihr auf LinkedIn und Instagram. Eine tolle Erfahrung und der perfekte Auftakt für das, was jetzt kommt!

Ich freue mich jetzt wahnsinnig auf die kommenden Monate, auf neue Eindrücke und auf mehr Zeit für mich. Ich will mich auch wieder stärker mit Themen abseits von KI und Schule beschäftigen und ein paar liegengebliebene Projekte ganz in Ruhe zu Ende bringen.

Was bedeutet das für euch?

Der Newsletter geht weiter, aber in den nächsten Monaten unregelmäßiger. Ich will mir offen halten, wann und wie oft ich mich melde.

Ganz loslassen wird mich das Thema KI und Schule aber sicher nicht. Dafür ist viel zu viel in Bewegung und interessiert es mich persönlich einfach viel zu sehr. Wenn mich von unterwegs also das ein oder andere Thema umtreibt, teile ich es selbstverständlich mit euch.

Spätestens zum nächsten Schuljahr bin ich dann wieder mit voller Energie zurück!

Und wenn ihr zwischendurch sehen wollt, wo ich mich so rumtreibe: Schaut bei Instagram vorbei, da werde ich bestimmt mal das ein oder andere Foto von unterwegs posten. 📸

Beste Grüße aus Hong Kong. 🇭🇰

Manu

PS: Folgende Themen und KI-Neuigkeiten haben mich die letzten Wochen beschäftigt:

  • 🗣️ Diktieren statt Tippen - So holt ihr mehr aus euren KI-Tools raus (+Wispr Flow)

  • 🌱 KI und Klima - Kostenloses Material für den Unterricht

  • 🆕 KI-Tool-Updates im Überblick - ChatGPT, Claude, Gemini & NotebookLM

  • 📓 Studie - KI spart keine Zeit, sie intensiviert die Arbeit

  • 🏫 Dokumentation - Das gebaute Versprechen - Schularchitektur (ARTE)

  • 📰 Artikel - Vom Deskilling zum Newskilling mit KI (Weßels/Maibaum)

  • ⌨️ Prompting-Tipp - Die erste Antwort ist nur der Anfang

🗣️ Diktieren statt Tippen - So holt ihr mehr aus euren KI-Tools raus (+ Wispr Flow)

Vor Kurzem poppte an meinem Laptop eine Meldung auf: 234.644 Wörter diktiert innerhalb eines Jahres - das sind fast 900 Buchseiten!

Den Hinweis habe ich von WisprFlow erhalten, einem KI-Tool, das Sprache in Text umwandelt. Und wie ihr sehen könnt, ist das Tool aus meinem Alltag kaum noch wegzudenken!

Aber erstmal der Reihe nach. Viele KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude oder fobizz bieten mittlerweile eine integrierte Diktierfunktion, mit der sich Prompts ohne Probleme einsprechen lassen.

Meine Erfahrung aus Workshops: Nur die wenigsten nutzen die Spracheingabe.

Die solltet ihr aber unbedingt ausprobieren! Der Vorteil liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch darin, dass ihr euren KI-Tools in der Regel deutlich mehr relevanten Kontext mitgebt. Mehr relevanter Kontext führt zu besseren KI-Ergebnissen!

Die verfügbaren Diktierfunktionen werden immer besser und sind mittlerweile sehr zuverlässig, unabhängig vom Tool. Und selbst wenn mal ein Satz nicht ganz korrekt transkribiert wird oder ein paar “Ähs” und “Ähms” dabei sind, ist das in der Regel kein Problem. Die aktuellen Sprachmodelle sind verzeihlich genug und erfassen den Kontext trotzdem.

Wer das Ganze nochmal auf ein anderes Level bringen möchte, kann sich ebenfalls Wispr Flow anschauen. Ich habe die Spracheingabe auf den fn-Button meiner Tastatur gelegt. Egal in welcher App ich mich gerade befinde: Cursor setzen, Knopf drücken, sprechen, fertig. Ich nutze das Tool mittlerweile für fast alles.

Wispr Flow gibt es für Windows, Mac, iOS und Android. Das Tool lässt sich zunächst kostenfrei testen, für umfassende Nutzung braucht es dann ein Abo. Hier geht es zu dem Tool:

➡️ Zu Wispr Flow*

*Affiliate-/Werbe-Link: Solltet ihr über meinen Link einen Kauf tätigen, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis selbstverständlich gleich.

Übrigens: Auch dieser Newsletter wurde in der Erstversion nicht getippt, sondern eingesprochen. 😉

🌱 KI und Klima - Kostenloses Material für den Unterricht

Durch Joscha Falck bin ich auf das neue Unterrichtsmaterial „Künstliche Intelligenz und Klima" von Greenpeace aufmerksam geworden.

Auf 24 Seiten bekommt ihr einen umfassenden Überblick über die ökologischen Folgen der aktuellen KI-Entwicklung: Stromverbrauch von Rechenzentren, Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Chipherstellung und Rebound-Effekte. Dazu gibt es eine umfangreiche Linkliste, um sich auch darüber hinaus tiefergehend mit dem Thema zu befassen.

Wer im Unterricht die ökologischen Auswirkungen als Teil von “Lernen über KI” stärker in den Blick nehmen möchte, findet hier eine empfehlenswerte Ressource. Aber auch unabhängig vom Unterricht lohnt es sich reinzuschauen.

➡️ Zum Material

🆕 KI-Tool-Updates im Überblick - ChatGPT, Claude, Gemini & NotebookLM

🤖 ChatGPT - Neue Sprachmodelle GPT-5.3 Instant & GPT-5.4

OpenAI hat zwei neue Sprachmodelle für ChatGPT veröffentlicht. Für die meisten von euch am relevantesten: GPT-5.3 Instant ersetzt das bisherige Standardmodell und steht ab sofort allen zur Verfügung, auch mit einem kostenlosen Account. Das Modell soll im Alltag genauere Antworten liefern, auf belehrende Formulierungen verzichten und den Gesprächsfluss am Laufen halten. Auch die integrierte Websuche wurde verbessert.

Für Plus-Nutzer:innen gibt es zusätzlich GPT-5.4 Thinking, das auf komplexere Aufgaben ausgelegt ist. Laut OpenAI erstellt das Modell deutlich bessere Präsentationen, Tabellen und Dokumente als sein Vorgänger.

Ich habe die neuen Sprachmodelle ausprobiert. Die Unterschiede zu den Vorgängern sind im direkten Vergleich nicht immer leicht greifbar, bei der Dokumenten- und Präsentationserstellung konnte ich in meinen Tests jedoch einen Unterschied wahrnehmen. Probiert die neuen Modelle auf jeden Fall wie immer selbst aus und schaut, was sich für euch verändert bzw. verbessert hat.

🧑‍💻 Claude - Neue Modelle und weitere Office-Integrationen

Anthropic hat Claude ebenfalls ein großes Update spendiert. Es gibt zwei neue Sprachmodelle: Opus 4.6 als neues Spitzenmodell und Sonnet 4.6 für alltägliche Aufgaben. Beide können bis zu eine Million Token (mehrere hundert Seiten Text) verarbeiten, ihr könnt also ganze Dokumente auf einmal bereitstellen und gezielt Fragen dazu stellen, ohne dass etwas vergessen wird. Der Unterschied ist in der Praxis deutlich spürbar!

Claude zieht zudem als Sidebar direkt in PowerPoint und in Excel ein. Claude lässt sich so noch nahtloser nutzen, um Präsentationen oder Tabellen zu überarbeiten und ko-konstruktiv zu erstellen. Die direkte Erstellung von Dokumenten und Präsentationen klappt insgesamt immer zuverlässiger, wodurch das Feature auch für den Schulalltag immer nützlicher wird. Für die Nutzung wird ein Bezahl-Account benötigt.

🚀 Google Gemini - Neue Sprachmodelle und verbesserte KI-Bilderstellung

Google hat mit Gemini 3.1 Pro ein neues Sprachmodell veröffentlicht, das in Tests mit anderen Spitzenmodellen wie zum Beispiel Claude Opus 4.6 mithält. Dazu gibt es mit Gemini 3.1 Flash Image Preview (in der Community auch als „Nano Banana 2" bekannt) ein neues Modell zur KI-Bilderstellung, das mit hoher Bildqualität und Geschwindigkeit überzeugt. Ein gelungenes Update und für mich nach wie vor eines der besten Modelle zur KI-Bilderstellung. Beides lässt sich kostenlos im Gemini-Chatbot nutzen. Für die Verwendung wird ein Google-Account benötigt.

🗺️ NotebookLM - Infografiken im eigenen Stil

Auch NotebookLM hat wieder ein Update bekommen: Infografiken lassen sich jetzt in verschiedenen Stilen erstellen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Format und Darstellung sind frei wählbar. Praktisch für Unterrichtsmaterial. Ich habe euch das Feature bereits im vorangegangenen Newsletter vorgestellt, jetzt ist es noch besser geworden. Probiert es unbedingt aus.

📓 Studie - KI spart keine Zeit, sie intensiviert die Arbeit

Prof. Barbara Geyer hat in einem Ihrer LinkedIn-Post auf eine spannende Studie der UC Berkeley Haas School of Business aufmerksam gemacht. Die Forscherinnen haben acht Monate lang rund 200 Beschäftigte eines US-Technologieunternehmens begleitet und beobachtet, wie KI deren Arbeitsalltag verändert.

Das Ergebnis: KI hat die Arbeit nicht reduziert, sondern intensiviert. Beschäftigte übernahmen freiwillig zusätzliche Aufgaben, arbeiteten in Pausen und am Abend weiter und steigerten ihr Pensum, ohne dass es verlangt wurde. Die Forscherinnen sprechen von einem sich selbst verstärkenden Kreislauf: KI beschleunigt die Arbeit, die Erwartungen steigen, der Aufgabenbereich weitet sich aus.

Barbara Geyer macht dabei einen wichtigen Punkt: Lehrende und Lernende erleben diese Dynamik selbst. Aufgabenausweitung, Grenzauflösung und kognitiver Overload. Ein Aspekt, der auch bei der KI-Integration in Schulen mitgedacht werden muss.

Eine Zusammenfassung der Studie findet ihr hier:

➡️ Zur Studie

🏫 Dokumentation - Das gebaute Versprechen – Schularchitektur (ARTE)

Auch mal ein Tipp abseits von KI: Die ARTE-Dokumentation „Das gebaute Versprechen - Schularchitektur" zeigt drei Schulen in Österreich, Frankreich und Dänemark, die moderne Unterrichtskonzepte in Architektur übersetzen. Offene Lernzonen, flexible Räume, Licht und Begegnung. Schulen, die Gemeinschaft und Individualität gleichermaßen ermöglichen.

30 Minuten mit spannenden Konzepten und Gedanken. Sehr sehenswert! Danke an Hauke Pölert für die Empfehlung!

➡️ Zur Doku in der ARTE-Mediathek

📰 Artikel - Vom Deskilling zum Newskilling mit KI (Weßels/Maibaum)

Prof. Doris Weßels und Dr. Miriam Maibaum stellen in einem Beitrag in Forschung & Lehre (Ausgabe 2/26) das Potenzial von Newskilling in den Mittelpunkt. Während die Diskussion um Deskilling und Skill-Skipping die Risikoseite beleuchtet, lenken die Autorinnen den Blick auf neue Kompetenzen, die erst durch die direkte Interaktion von Mensch und KI entstehen.

Sehr lesenswert. Schaut mal rein!

➡️ Zum Beitrag

⌨️ Prompting-Tipp - Die erste Antwort ist nur der Anfang

Viele KI-Ergebnisse sind solide, aber selten erstklassig. Wer nicht bei der ersten Antwort stehen bleiben will, kann folgenden Prompt nutzen:

Was macht bei dieser Aufgabe ein erstklassiges Ergebnis aus? Definiere Qualitätskriterien, bewerte dein Ergebnis kritisch daran und liefere eine verbesserte Version.

Euer KI-Chatbot stellt daraufhin eigene Qualitätskriterien auf und überarbeitet das Ergebnis entsprechend. Funktioniert mit allen gängigen KI-Sprachmodellen, besonders gut mit den „mitdenkenden" Reasoning-Modellen.

Viel Spaß beim Ausprobieren! ✨

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29.01.26 | 🚫 Aufgaben, die KI nicht lösen kann